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SLK-Story Torsten Gerber
(geschrieben von Torsten Gerber am 23.03.2003)


Mein erster SLK - Die Story


Eigentlich war ich ja Ford-Fahrer. Und es war kein schlechter, mein Escort RS 2000 mit temperamentvollen einhunderfünfzig Pferdchen. Doch als seiner Zeit - Anfang 1997 - mein saarländisches Vehikel seinem fünften Geburtstag entgegenging, verschwendete ich meine ersten Gedanken an seinen Nachfolger.

Mir gefielen zu diesem Zeitpunkt der Audi A3, der Fiat Bravo, das Coupé Fiat und vor allem der Ford Puma. Auch der BMW Z3 beschäftigte mich, obwohl ich noch nie ein Freund von Cabrios war. Stoffverdecke empfinde ich nämlich als sehr unpraktisch, schließlich ist mein Auto das ganze Jahr im Einsatz. Und ein zusätzliches Hardtop ist auch keine befriedigende Lösung.

Dann war da noch mein Traumauto schlechthin: Der SLK. Aber die finanziellen Dimensionen und vor allem die abartigen Lieferzeiten beließen ihn in der Traumwelt. Doch jede Autozeitschrift, in der vom SLK berichtet wurde, steigerte meine Faszination von dieser genialen Dachkonstruktion mit dem noch genialeren Auto drumherum. Naja, die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt sollte im September Klarheit bringen. Aber vor allem wegen des Preises schien alles auf das knuffige Ford-Coupé hinauszulaufen. Trotz Stoffverdeck war auch der Z3 noch im Rennen. Doch wie meinte mein Daddy trocken: "Dann würd' ich aber noch die zehntausend Mark für 'nen SLK drauflegen!". Was? Diese Worte von meinen Vater, der jedem Autohändler, wie einer Zitrone den letzten Safttropfen, mit seinem Verhandlungsgeschick die letzten Rabattpfennige herausquetscht!? - Tja, dieses Auto fasziniert eben einfach jeden...

Als mir dann wieder einmal im frühen Sommer 97 ein SLK-Bericht in die Hände fiel, war er plötzlich da - der Geistesblitz. Warum soll ich der langen Lieferzeit nicht einfach das Gute abgewinnen? Zwei Jahre intensivstes Sparen und die Mitarbeiterkonditionen meiner Bank könnten diesen Traum doch tatsächlich Realität werden lassen. Und nach stundenlangem Taschenrechnerquälen stand der erste Finanzierungsplan.

Die IAA war dann nur noch "Formsache". Innerlich war die Entscheidung pro SLK bereits gefallen. Auch wenn der Puma in natura noch besser aussah als auf den Fotos - der SLK wird mein neues Auto, soviel war jetzt klar. Und gelb sollte er werden, so wie in Frankfurt ausgestellt.

Und so unterzeichnete ich am 19. September 1997 den Kaufvertrag für einen SLK 200 in yellowstone und Stoff anthrazit. Offizieller Liefertermin: 4. Quartal 1999.

Doch dabei sollte es nicht bleiben. Nach der ersten Probefahrt am 29. September 1997 in einem vivianitgrünen SLK 230 Kompressor wuchs das Verlangen nach dem stärkeren Motor. Den hatte ich von Anfang an wegen der vermeintlich höheren Versicherungskosten außen vor gelassen. Doch als ich mich über die nur unwesentlich höheren Tarife näher informierte, wurde aus dem SLK 200 ratzfatz ein SLK 230. Und so folgte am 1. Dezember 1997 der erste Änderungsauftrag.

Ab diesem Zeitpunkt zerbrach ich mir nun ununterbrochen den Kopf über die ideale Ausstattung und die schönste Farbe. Das ganze wurde um so schwerer, als mir der erste designo-Prospekt in die Hände fiel. Wie soll ich mich da entscheiden können? Aber: Gibt es schönere Probleme auf der Welt als diese? Für Autofans wohl kaum...

Auch die Lieferzeit war immer wieder ein Grund meiner Besuche beim Händler, meiner E-Mails und Hotline-Anrufe bei DaimlerChrysler. Diese schwankten zwischen 2. Quartal 1999 und sogar Frühjahr 2000.

Eine weitere Frage, mit denen ich den Mercedes-Händlern in der näheren Umgebung auf die Nerven ging, war der Auslieferungsstart des Facelifts. Aber Mercedes hüllte sich in Schweigen oder (vorgetäuschter?) Unwissenheit. Außerdem wollte ich wissen, ob das veraltete Nokia 3110 als Standardhandy demnächst abgelöst wird. Dieses Auslaufmodell ist eines SLKs sicher nicht mehr würdig. Aber leider auch hier eine unbefriedigende Antwort: "Vorerst nicht, weil die komplette Navigationstechnik auf diesem Handy basiert." Welche Navigationstechnik!?

Dann endlich, am 8. April 1999, rief mein Händler an und verkündete: "Sie bekommen Ihr Auto im August!" Jubel - doch noch im Sommer. "Wir müßten in Kürze die Ausstattung und Farbe festlegen." Oje, der Tag der Entscheidung naht! Nach weiteren Besuchen bei verschiedenen Niederlassungen unterschrieb ich am 16. April 1999 den nächsten Änderungsauftrag, den ich ein letztes Mal am 26. Mai 1999 modifizierte. Nachdem nun seit 23. Juni 1999 Annahmeschluß für Änderungen ist, steht fest, daß ich in naher Zukunft in einem SLK 230 Kompressor inkl. AMG-Styling mit Lackierung und Sportsitzanlage in designo purpur unterwegs sein werde. Endlich hat die Grübelei über Farbe und Ausstattung eine Ende! Dachte ich zumindest kurzzeitig. Denn als ich fünf Wochen nach Annahmeschluß erfuhr, daß es bereits seit April 1999 das Navigationssystem Mercedes-Benz Audio 30 APS als Sonderausstattung ab Werk gibt, rief ich sofort meinen Händler an. Und tatsächlich, obwohl sich dieser die vergangenen zwei Jahre lediglich durch seine Inkompetenz auszeichnete, gelang es ihm noch, das bestellte Radio ohne Lieferverzug zu ändern. Jubel! Damit konnte ich meinem neuen Traumauto noch das Sahnehäubchen aufsetzen. Datum der nun definitiv letzten Änderung: 5. August 1999.

Dummerweise konnte sich aber durch die designo- und AMG-Ausstattung, der Wagen mußte deswegen per LKW von Bremen nach Affalterbach zu AMG und zurück transportiert werden, der Abholtermin doch noch um bis zu acht Wochen verzögern. Da die Produktion meines SLKs ursprünglich für die zweite August-Dekade eingeplant war, rechnete ich mit der Abholung meines SLKs Ende September.

Nachdem die Produktion am 1. September 1999 begonnen hatte, erfuhr ich nach mehreren Nachfragen in Bremen und Affalterbach: "Ihr Wagen wird am 21. September 1999 fertig." Wir vereinbarten den 24. September 1999 als Abholtermin. Exakt zwei Jahre und fünf Tage nach der Bestellung (19. September 1997) sollte eine endlose Odysee ein Ende finden. Mit feuchten Händen und erhöhtem Puls setzten sich mein Vater und ich einen Abend vorher in einen Miet-Vectra nach Bremen, um pünktlich um 8.00 Uhr des 24. September 1999 die Geburtsstätte meines Purpurblitzes zu betreten...


Euer "SLK-Junky" Torsten

Der Purpurblitz

    Mercedes-Benz SLK 230 Kompressor

  • Lackierung: designo purpur
  • Polsterung: designo Sportsitzanlage inkl. designo-Leder zweifarbig purpur
  • Batterie mit größerer Kapazität
  • Cupholder
  • Einbruch- und Diebstahlwarnanlage mit Abschleppschutz
  • Feuerlöscher
  • Innen- und Außenspiegel Fahrerseite automatisch abblendbar
  • Klimaanlage
  • Lenksäule mechanisch längs einstellbar
  • Radio Mercedes-Benz Audio 30 APS mit CD-Player und Navigationssystem
  • BOSE Sound-System
  • CD-Fach in Armauflage
  • Handy Nokia 3110 in Konsole seitlich rechts am Dom inkl. Freisprecheinrichtung und debitel D2-Karte
  • AMG Leichtmetallräder
  • Scheibenwaschanlage beheizt
  • Scheinwerferreinigungsanlage beheizt
  • Sitzheizung
  • AMG Styling
  • Überrollbügel in designo purpur beledert
  • Zierteile in Mittelkonsole in designo purpur beledert
  • Vorrüstung Trägersystem

    Produktionsdaten

  • Bestellung: 19.09.1997
  • letzte Auftragsänderung: 05.08.1999
  • Produktionsbeginn: 01.09.1999
  • Fertigstellung: 21.09.1999
  • Erstzulassung: 23.09.1999
  • Abholung im Werk Bremen: 24.09.1999
  • Verkauf des Fahrzeugs an meinen Vater: 28.06.2003 (nach 95.008 km)

    Nachträgliche Modifikationen

  • 24.02.2000: AMG-Federn (Tieferlegung 25 mm)
  • 14.04.2000: Mercedes-Benz 6-fach CD-Wechsler D2B, Einbau in Kofferraum
  • 19.04.2000: Väth V23K Leistungssteigerung auf 225 PS/320 Nm
  • 26.05.2002: Eisenmann Edelstahl-Endschalldämpfer (doppel-oval, 90x70 mm, Sound-Sonderanfertigung)
  • 06.09.2002: Goodridge Stahlflex Bremsleitungen mit Ate Power Disc
  • 19.09.2002: Väth Fernbedienung für Vario-Dach
  • 04.04.2003: Reinhold Engineering Dachautomatik-Modul
  • 10.04.2003: BonnConsult WSA 3000 Plexiglas-Windschott

    Der Lebenslauf

  • Das Purpurblitz-Borduch - bitte anklicken




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