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MBSLK - SLK & SLC Community

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SLK 55 AMG FIA Safety-Car in der Formel 1 Saison 2004 und 2005
Premiere beim Saisonauftakt 2004 in Melbourne



Affalterbach, 03.03.2004:

Unmittelbar nach seiner Weltpremiere auf dem Automobilsalon in Genf geht der neue Mercedes-Benz SLK 55 AMG als offizielles Formel 1 Safety-Car an den Start. Beim Auftakt zur diesjährigen Grand-Prix-Saison am 07. März 2004 in Melbourne/Australien feiert der kompakte Achtzylinder-Roadster sein Rennstrecken-Debüt. Modifikationen an Bremsanlage, Fahrwerk, Kühlung und Abgasanlage sowie Maßnahmen zur Gewichtsreduktion verhelfen dem SLK 55 AMG Safety-Car zu optimaler Fahrdynamik und größtmöglicher Standfestigkeit – schließlich gilt es, im Ernstfall die schnellsten Rennfahrer der Welt rundenlang im Eiltempo um die Strecke zu führen und für ein Maximum an Sicherheit zu sorgen.

Das vom erfahrenen Rennprofi Bernd Mayländer pilotierte Safety-Car übernimmt die Aufgabe, das Feld der Formel 1-Boliden nach Unfällen oder bei sehr schlechten Wetterbedingungen sicher aus der Extremsituation zu führen. Dazu muss es sich an die Spitze des Feldes setzen und möglichst schnell vor den Rennwagen herfahren. Ein zu niedriges Tempo könnte den Hightech-Motoren der sensiblen F-1-Renner Probleme bereiten; sie bekämen nicht genügend Kühlluft und könnten überhitzen, während die Reifen gleichzeitig zu stark abkühlen und damit Haftung verlieren würden. Schnelle Rundenzeiten auf den Grand-Prix-Strecken der Welt mit Höchstgeschwindigkeiten bis zu 240 km/h gehören deshalb zum Alltag des Safety-Cars, das diese Situationen problemlos meistert.


Wenige, aber gezielte technische Maßnahmen am neuen SLK 55 AMG

Der harte Einsatz als Formel 1-Safety-Car erforderte beim neuen SLK 55 AMG nur wenige, aber gezielte Modifikationen. Die ausgeprägten sportlichen Talente des neuen, von Mercedes-AMG entwickelten Zweisitzers wurden nur dort unterstützt, wo es auf ein Optimum an Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit im Rennstreckenbetrieb ankommt. So kommen anstelle der serienmäßigen 18-Zoll-Bereifung neue, mehrteilige 19 Zoll AMG Leichtmetallräder im Doppelspeichendesign mit der Sonderbereifung 235/35 R 19 bzw. 265/30 R 19 zum Einsatz. Zusammen mit der strafferen Fahrwerksabstimmung resultieren daraus höhere Kurvengeschwindigkeiten und ein noch agileres Handling.

Perfekte Standfestigkeit und beste Verzögerungswerte ermöglicht die neue, vergrößerte Bremsanlage. An der Vorderachse sind Verbundbremsscheiben mit Sechs-Kolben-Bremssätteln im Einsatz, an der Hinterachse Stahlbremsscheiben mit Vier-Kolben-Bremssätteln; die Scheiben sind rundum innen belüftet und gelocht. Die besonders stark belasteten Vorderachsbremsen verfügen über speziell auf den Einsatzzweck des Safety-Cars abgestimmte Kühlluftkanäle.

Gewichtsreduktion: Knapp 100 Kilogramm weniger als die Serie

Im Sinne bestmöglicher Rennstrecken-Performance wurde das Gewicht des Safety-Cars gegenüber dem Serienfahrzeug um knapp 100 Kilogramm reduziert – obwohl zusätzliche Komponenten wie Kommunikationsausrüstung, Lichtanlage, Hinterachs- und Bremsenkühlung sowie größere Räder und Bremsen zunächst eine Gewichtszunahme zur Folge haben. Bei der Motorhaube und weiteren Komponenten wurde der Werkstoff Stahl durch Aluminium ersetzt, was gegenüber den herkömmlichen Stahlkomponenten eine Ersparnis von rund 12 kg bedeutet. Wertvolle Unterstützung lieferten hierzu die Spezialisten des DaimlerChrysler-Werkes Bremen. Der Verzicht auf die Mechanik und Hydraulik des stets geschlossenen Variodachs macht weitere 17 Kilogramm aus. Front- und Heckschürze bestehen aus dem extra-leichten, hochfesten Kohlefaser-Verbundwerkstoff CFK, einem aus Formel 1 und DTM bekannten Hightech-Material, sie wiegen zehn Kilogramm weniger als die Komponenten des Serien-SLK. Weitere Einsparungen bei den Scheinwerfern (4 kg), den Sitzen (25 kg), der kompletten Verkabelung (4 kg), dem Interieur (40 kg), sowie zahlreiche andere Maßnahmen zur Gewichtsreduktion führen zu einem Leergewicht von 1370 Kilogramm. Zum Vergleich: Das Leergewicht des SLK 55 AMG Serienfahrzeugs beträgt 1465 Kilogramm (jeweils ohne Kraftstoff und Fahrer).

Alle diese Modifikationen führen außerdem zu einer optimierten Gewichtsverteilung, was dem Handling auf der Rennstrecke zu Gute kommt. Starterbatterie und Spritzwasserbehälter wurden aus dem Motor- in den Kofferraum verlegt und unterstützen diesen Aspekt zusätzlich.





Motor und Antrieb: Charakteristischer V8-Sound, optimierte Kühlung

Motor und Antrieb des einzigartigen SLK made by Mercedes-AMG präsentieren sich weitestgehend im Serienzustand. Der 265 kW/360 PS starke AMG 5,5-Liter-V8-Motor beschleunigt den silbernen Zweisitzer in unter fünf Sekunden auf Tempo 100 und begeistert die Motorsport-Fans an den Rennstrecken und vor den TV-Bildschirmen mit seinem satten Achtzylinder-Sound. Für seinen Einsatz in der Formel 1 bekam der Sportwagen eine neu entwickelte Abgasanlage mit reduziertem Gegendruck und spezieller Soundabstimmung spendiert.

Um für alle klimatischen Bedingungen gerüstet zu sein, ist das SLK 55 AMG Safety-Car mit einem Hochleistungs-Wasserkühler, zwei seitlich in der Frontschürze platzierten Motorölkühlern und einem größeren Getriebeölkühler ausgestattet. Das Hinterachsdifferenzial verfügt über Kühlrippen sowie einen separaten, in die Heckschürze integrierten Kühler. Er wird mittels Diffusor vom Fahrtwind durchströmt und hilft somit, kritische Temperaturspitzen des Hinterachsöls zu vermeiden; im Stand sorgt ein Elektrolüfter für weitere Sicherheit.

Lichtanlage auf dem Dach für eindeutige Signale an die Formel 1-Piloten

Das wesentliche optische Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem serienmäßigen SLK 55 AMG ist neben den FIA F1-Logos die Lichtanlage auf dem Dach. Die grünen Leuchten werden von Bernd Mayländers Co-Pilot, dem FIA-Mitarbeiter Peter Tibbets (GB) aktiviert, wenn sich das Safety-Car beispielsweise mitten im Feld einreiht und alle Rennwagen zunächst überholen sollen. Sobald das Safety-Car die Führungsposition übernommen hat, signalisiert das orange Licht den Formel 1-Fahrern absolutes Überholverbot. Die stroboskopartigen, weißen Blitzlichter in den Scheinwerfern und Rückleuchten haben eine neutrale Signalfunktion und sind während des Einsatzes immer aktiv.

Für die Kommunikation mit der Rennleitung besitzt das Safety-Car eine aufwändige Ausrüstung mit Funkanlage, TV-Monitor sowie innen und außen montierte TV-Kameras. Die Zusatzausstattung erfordert einen unabhängigen Stromkreis mit einer zweiten Lichtmaschine. Zwei Schalensitze mit 4-Punktgurten, die exklusive silber-schwarze Lederausstattung, F1-Einstiegsleisten, ein besonders griffiges AMG Sportlenkrad und hochwertige Carbon-Zierteile unterstreichen den ganz besonderen Charakter des neuen FIA Safety-Cars von Mercedes-AMG.

Zusammenarbeit von AMG Manufaktur und AMG Gesamtfahrzeugentwicklung

Für die Entwicklung, rennstreckenspezifische Erprobung und den Aufbau der zwei Safety-Cars und zwei Medical-Cars (jeweils ein Einsatz- und ein Ersatzfahrzeug) war die auf Kleinserien und individuelle Einzelstücke spezialisierte AMG Manufaktur sowie die Versuchsmannschaft der AMG-Gesamtfahrzeugentwicklung verantwortlich. Dabei kam den verantwortlichen Ingenieuren und Technikern ihre große Erfahrung aus 37 Jahren Motorsport und der Entwicklung von sportlichen Hochleistungsautomobilen zu Gute. Zahlreiche Test- und Versuchsfahrten auf verschiedenen Formel 1-Rennstrecken dienten der Fahrwerksabstimmung und Absicherung aller Komponenten, der Rennfahrer Bernd Mayländer war in die Entwicklung stets voll integriert. Zwei hochqualifizierte AMG-Techniker betreuen den Einsatz der AMG-Fahrzeuge bei allen 18 Formel 1-Rennen.

Seit 1996: Sechs Generationen Safety-Cars von Mercedes-AMG

Nach dem C 36 AMG (1996), dem ersten CLK 55 AMG (seit 1997), dem CL 55 AMG (seit 2000), dem SL 55 AMG (seit 2001) sowie dem CLK 55 AMG (2003) ist der neue SLK 55 AMG das sechste offizielle Safety-Car von Mercedes-AMG. Schon 1984 kam ein AMG E-Klasse Coupé mit V8-Triebwerk als Medical-Car zum Einsatz. Die Aktivitäten des Affalterbacher Unternehmens stehen somit auch für das langfristige Engagement von DaimlerChrysler in der Formel 1.




Quelle: DaimlerChrysler Media Services, 2004

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